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Bildungsfahrt Klassestufe 9: Gedenkstätte Konzentrationslager Auschwitz

„Die Erziehung nach Auschwitz besteht darin, die Voraussetzungen zu beseitigen, die einen solchen Zustand wieder möglich machen könnten.“ T. W. Adorno

In der Woche nach den Winterferien machten sich unsere neunten Klassen auf den Weg nach Polen. Die Schüler:innen hatten sich im Vorfeld für die begrenzten Plätze beworben – umso bewusster wurde diese besondere Bildungsfahrt erlebt. Auf dem Programm standen eine Stadtführung durch Oświęcim, der Besuch der Synagoge sowie die eindrücklichen Besichtigungen des Stammlagers und des Außenlagers Auschitz-Birkenau. Begleitet wurden wir von sehr engagierten Guides, die Geschichte sensibel und zugleich eindringlich vermittelten. Die Ausstellungen und Inhalte der Führungen haben alle tief bewegt. In der internationalen Jugendbegegnungsstätte, in der wir untergebracht waren, nahmen wir uns bewusst Zeit für eine emotionale Auswertungsrunde. In beeindruckenden Tagebucheinträgen, Gedichten und Zeichnungen setzten sich unsere Schüler:innen kreativ mit ihren Eindrücken auseinander. Die entstandenen Arbeiten haben noch einmal gezeigt, wie nachhaltig diese Tage wirken.

Diese Fahrt hat uns alle tief berührt.

Erinnern heißt Verantwortung übernehmen. Nie wieder Auschwitz.

 

Hier ein Gedicht einer Schülerin, das in Auschwitz entstanden ist

Hinter dem Stacheldraht

 

Hinter dem Stacheldraht

Wo der Himmel grau geworden ist

Wo Namen zu Zahlen wurden

Und Menschlichkeit zerbricht

 

Der Wind trägt leise Stimmen

Flüstern aus der Vergangenheit

Schritte im kalten Morgennebel

Voll Angst und Einsamkeit

 

Kinderhände, viel zu klein,

halten sich im Dunkeln fest

Augen, die zu früh verstanden

Was kein Her zulässt

 

Baracken aus Holz und Schweigen

Tränen, die im Staub verwehen

Fragen ohne Antworten bleiben

Während Hoffnung untergeht

 

Und doch, zwischen Schmerz und endloser Nacht

Brennt ein kleines Licht

Erinnerung

Hinter Mauern aus Gewalt

Lebt weiter, was man nicht zerstört

Die Würde, die Liebe

Die Stimmen derer, die man hört

 

Und wir, die heute frei hier stehen

Tragen ihre Namen weiter fort

Damit die Welt nie wieder vergisst

Diesen dunklen Ort